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<title>Antibiogramm</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Antibiogramm</span></h1>
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<p>Ein <b>Antibiogramm</b> ist das Ergebnis eines Labortests zur Bestimmung der Empfindlichkeit bzw. <a href="Antibiotikaresistenz" title="Antibiotikaresistenz">Resistenz</a> von mikrobiellen <a href="Krankheitserreger" title="Krankheitserreger">Krankheitserregern</a> gegenüber <a href="Antibiotikum" title="Antibiotikum">Antibiotika</a>. Bei dem Testverfahren wird geprüft, ob ein <a href="Bakterien" title="Bakterien">Bakterium</a> durch ein Antibiotikum in einer bestimmten <a href="Konzentration_(Chemie)" title="Konzentration (Chemie)">Konzentration</a> im <a href="Bakterielles_Wachstum" title="Bakterielles Wachstum">Wachstum</a> gehemmt wird, dann ist es empfindlich (<i>sensitiv</i>, manchmal auch als <i>sensibel</i> bezeichnet) gegenüber diesem oder ob keine Wachstumshemmung erfolgt, dann ist es <i>resistent</i> (widerstandsfähig) gegen den Wirkstoff. Im medizinischen <a href="Jargon#Fachjargon" title="Jargon">Fachjargon</a> wird dieses mikrobiologische Testverfahren auch als Empfindlichkeitstestung oder Resistenztestung bezeichnet. In englischsprachigen Ländern ist der Begriff <i>Antimicrobial Susceptibility Testing</i> (AST) geläufig.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Medizinische_Bedeutung">Medizinische Bedeutung</h2></div>
<p>Ein Antibiogramm wird vor jeder Antibiotikatherapie empfohlen.<sup id="cite_ref-brock_1-0" class="reference"><a href="#cite_note-brock-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die Behandlung sollte aber bei therapiebedürftigen <a href="Infektionskrankheit" title="Infektionskrankheit">Infektionen</a> schon parallel zur Erstellung eines Antibiogramms erfolgen, um die erforderliche antibiotische <a href="Therapie" title="Therapie">Therapie</a> nicht zu verzögern. Solange der Krankheitserreger noch nicht identifiziert wurde, wird eine kalkulierte Therapie begonnen, die auf Erfahrungswerten beruht. Nach Identifizierung und dem Ergebnis des Antibiogramms kann dann gegebenenfalls eine gezielte Therapie eingeleitet werden.<sup id="cite_ref-med_MB1_2-0" class="reference"><a href="#cite_note-med_MB1-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-3" class="reference"><a href="#cite_note-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Das Antibiogramm ist hilfreich, da kein Antibiotikum gegen alle möglichen Krankheitserreger wirksam ist und die Gefahr der <a href="Multiresistenz" title="Multiresistenz">Multiresistenz</a> bei klinisch relevanten Bakterien ein ernst zu nehmendes Problem darstellt.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Agardiffusionstest">Agardiffusionstest</h2></div>
<p>Beim <a href="Agardiffusionstest" title="Agardiffusionstest">Agardiffusionstest</a> wird – häufig nach der Kirby-Bauer-Methode – der zu untersuchende <a href="Mikroorganismus" title="Mikroorganismus">Mikroorganismus</a> in geringer Menge auf der Oberfläche eines speziellen ebenflächigen <a href="N%C3%A4hrmedium" title="Nährmedium">Nährbodens</a> verteilt und der Nährboden dann mit kreisförmigen Plättchen aus saugfähigem Material belegt, die verschiedene <a href="Antibiotikum" title="Antibiotikum">Antibiotika</a> in definierter Menge enthalten. Die Antibiotika lösen sich im Gelnährboden und diffundieren radial nach außen. Je weiter das Antibiotikum vom Plättchen wegdiffundiert, desto geringer wird seine Konzentration. Bei einer bestimmten Entfernung vom Plättchen ist die Konzentration des Antibiotikums so niedrig, dass der Mikroorganismus trotz Vorhandensein des Antibiotikums wachsen kann. Nach einer Bebrütungszeit, die für eine Vermehrung der Mikroorganismen bis zum sichtbaren Bewuchs des Nährbodens ausreicht (bei pathogenen Bakterien meistens 16 bis 20 Stunden), werden die Radien der <a href="Hemmhoftest" title="Hemmhoftest">Hemmhöfe</a> ausgemessen und hinsichtlich Resistenz oder Sensitivität des Mikroorganismus ausgewertet.<sup id="cite_ref-brock_1-1" class="reference"><a href="#cite_note-brock-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Dieses Testverfahren wird auch als <a href="Plattendiffusionstest" title="Plattendiffusionstest">Plattendiffusionstest</a> bezeichnet, da es in einer Platte, genauer in einer <a href="Petrischale" title="Petrischale">Petrischale</a> durchgeführt wird.<sup id="cite_ref-schlegel_4-0" class="reference"><a href="#cite_note-schlegel-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Für Antibiogramme, die in großem Umfang in <a href="Labor" title="Labor">Laboratorien</a> der medizinischen Mikrobiologie erstellt werden, stehen technische Hilfsmittel zur Verfügung, beispielsweise Stempel, mit denen mehrere verschiedene Antibiotikaplättchen gleichzeitig auf das Nährmedium aufgebracht werden können.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Dilutionsmethode_zur_Bestimmung_des_MHK-_oder_MBK-Wertes">Dilutionsmethode zur Bestimmung des MHK- oder MBK-Wertes</h2></div>
<p>Die <a href="Minimale_Hemm-Konzentration" title="Minimale Hemm-Konzentration">Minimale Hemm-Konzentration</a> (MHK) ist die geringste Konzentration eines <a href="Inhibitor#Hemmstoff_(Mikrobiologie)" title="Inhibitor">Hemmstoffs</a>, bei der die Vermehrung des Mikroorganismus noch unterbunden wird. Die <a href="Minimale_bakterizide_Konzentration" title="Minimale bakterizide Konzentration">minimale bakterizide Konzentration</a> (MBK) ist im Unterschied zur minimalen Hemmkonzentration (MHK) die Konzentration, die ausreicht, um 99,9 % der Individuen des geprüften Mikroorganismus abzutöten. Diese Größen können durch den beschriebenen Agardiffusionstest nicht so exakt bestimmt werden, hierzu verwendet man einen <a href="Verd%C3%BCnnung" title="Verdünnung">Verdünnungstest</a>.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Mikrodilutionsmethode">Mikrodilutionsmethode</h3></div>
<p>Bei der Mikrodilutionsmethode (lat. <i>diluere</i>, „verdünnen“) wird von dem zu untersuchenden Mikroorganismus eine Aufschwemmung in einem flüssigen Nährmedium (<a href="N%C3%A4hrmedium#Flüssige_Nährmedien" title="Nährmedium">Bouillon</a>) hergestellt. Zu dieser gibt man eine definierte Menge eines Antibiotikums. Wird dies mit verschiedenen Konzentrationen des Antibiotikums durchgeführt, z. B. mit einer <a href="Verd%C3%BCnnungsreihe" title="Verdünnungsreihe">Verdünnungsreihe</a> (1, 2, 4, 8, 16, 32 mg/L), so kann man eine MHK-Bestimmung durchführen, welche genauer ist als die Bestimmung der Empfindlichkeit mit dem Agardiffusionstest. Die Vermehrung des Mikroorganismus ist an einer Trübung des Nährmediums zu erkennen: Bleibt es klar, so ist der untersuchte Mikroorganismus gegen dieses Antibiotikum in dieser Konzentration empfindlich (sensitiv). Die niedrigste Konzentration (höchste Verdünnung), bei der eine Hemmung erfolgt, liefert den MHK-Wert.<sup id="cite_ref-brock_1-2" class="reference"><a href="#cite_note-brock-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-med_MB1_2-1" class="reference"><a href="#cite_note-med_MB1-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Von Mikrodilutionsmethode spricht man, wenn das Verfahren mit kleinen Volumina, z. B. in einer <a href="Mikrotiterplatte" title="Mikrotiterplatte">Mikrotiterplatte</a> durchgeführt wird. Werden größere Volumina, wie in <a href="Reagenzglas" title="Reagenzglas">Kulturröhrchen</a> verwendet, spricht man allgemeiner vom Bouillondilutionstest.<sup id="cite_ref-med_MB1_2-2" class="reference"><a href="#cite_note-med_MB1-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Automatisierte_Resistenzbestimmungen">Automatisierte Resistenzbestimmungen</h3></div>
<p>Es gibt verschiedene Geräte, die eine Antibiotikaresistenz-Bestimmung durchführen. Diese Geräte arbeiten nach der Mikrodilutionsmethode mit Mikrotiterplatten. Auch das Auslesen der Messergebnisse wird von den Geräten (Plate Reader) übernommen, mit Hilfe <a href="Photometrie" title="Photometrie">fotometrischer</a> Messverfahren. Die zu den Geräten gehörige Software beurteilt die Ergebnisse und prüft diese auf <a href="Plausibilit%C3%A4t" title="Plausibilität">Plausibilität</a>. Beispiele für derartige automatisierte Laborgeräte sind:
</p>
<ul><li>VITEK von <a href="BioM%C3%A9rieux" title="BioMérieux">bioMérieux</a></li>
<li>Phönix von <a href="Becton_Dickinson" title="Becton Dickinson">Becton Dickinson</a></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Auswertung">Auswertung</h3></div>
<p>Ausgewertet wird anhand ausgewählter Normen, beispielsweise
</p>
<ul><li><a href="DIN" class="mw-redirect" title="DIN">DIN</a></li>
<li><a href="EUCAST" title="EUCAST">EUCAST</a></li>
<li>CLSI</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weitere_Testverfahren">Weitere Testverfahren</h2></div>
<p>Einen Spezialfall eines Antibiogramms stellt der <a href="Epsilometertest" title="Epsilometertest">Epsilometertest</a> (E-Test) dar, mit dem ebenfalls die Minimale Hemm-Konzentration bestimmt werden kann, der vom Verfahren her jedoch auf dem Agardiffusionstest beruht.
</p><p>Bei der Erforschung von antibiotischen Wirkstoffen kann zur Erfassung ihres Wirkungsspektrums auf Mikroorganismen auch ein Strichtest durchgeführt werden. Hierzu wird in die Mitte der Oberfläche des Nährbodens das Antibiotikum beispielsweise auf einem Filterplättchen aufgegeben und verschiedene Indikatororganismen radial dazu ausgestrichen. Nach <a href="Inkubator_(Biologie)" title="Inkubator (Biologie)">Inkubation</a> lässt sich eine Hemmung daran erkennen, dass der Impfstrich nicht vollständig bis zum Antibiotikum bewachsen ist. Das Antibiotikum wirkt folglich auf den dazugehörigen Indikatororganismus, dieser ist sensitiv.<sup id="cite_ref-schlegel_4-1" class="reference"><a href="#cite_note-schlegel-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><div class="noresize noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Commons"></span></span></div><b><span class=""><a class="external text" href="https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Antibiogram?uselang=de"><span lang="en">Commons</span>: Antibiogram</a></span></b> – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien</div>
<ul><li><span class="cite"><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.laborlexikon.de/Lexikon/Infoframe/a/Antibiogramm-Hefepilze.htm"><i>Antibiogramm-Hefepilze.</i></a> In: <i>Laborlexikon.</i><span class="Abrufdatum"> Abgerufen am 12. März 2018</span>.</span><span style="display: none;" class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Adc&rfr_id=info%3Asid%2Fde.wikipedia.org%3AAntibiogramm&rft.title=Antibiogramm-Hefepilze&rft.description=Antibiogramm-Hefepilze&rft.identifier=http%3A%2F%2Fwww.laborlexikon.de%2FLexikon%2FInfoframe%2Fa%2FAntibiogramm-Hefepilze.htm"> </span></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-brock-1"><span class="mw-cite-backlink">↑ <sup><a href="#cite_ref-brock_1-0">a</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-brock_1-1">b</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-brock_1-2">c</a></sup></span> <span class="reference-text">Michael T. Madigan, John M. Martinko, Jack Parker: <i>Brock Mikrobiologie.</i> Deutsche Übersetzung herausgegeben von Werner Goebel, 1. Auflage. Spektrum Akademischer Verlag GmbH, Heidelberg/Berlin 2000, ISBN 3-8274-0566-1, S. 966–968.</span>
</li>
<li id="cite_note-med_MB1-2"><span class="mw-cite-backlink">↑ <sup><a href="#cite_ref-med_MB1_2-0">a</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-med_MB1_2-1">b</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-med_MB1_2-2">c</a></sup></span> <span class="reference-text">Herbert Hof, Rüdiger Dörries: <cite style="font-style:italic">Duale Reihe: Medizinische Mikrobiologie</cite>. 3. Auflage. Thieme Verlag, Stuttgart 2005, ISBN 978-3-13-125313-2, <span style="white-space:nowrap">S.<span style="display:inline-block;width:.2em"> </span>11–12, 289–296</span>.<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Abook&rfr_id=info:sid/de.wikipedia.org:Antibiogramm&rft.au=Herbert+Hof%2C+R%C3%BCdiger+D%C3%B6rries&rft.btitle=Duale+Reihe%3A+Medizinische+Mikrobiologie&rft.date=2005&rft.edition=3.&rft.genre=book&rft.isbn=9783131253132&rft.pages=11-12%2C+289-296&rft.place=Stuttgart&rft.pub=Thieme+Verlag" style="display:none"> </span></span>
</li>
<li id="cite_note-3"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-3">↑</a></span> <span class="reference-text"><a href="Marianne_Abele-Horn" title="Marianne Abele-Horn">Marianne Abele-Horn</a>: <i>Antimikrobielle Therapie. Entscheidungshilfen zur Behandlung und Prophylaxe von Infektionskrankheiten.</i> Unter Mitarbeit von Werner Heinz, Hartwig Klinker, Johann Schurz und August Stich, 2., überarbeitete und erweiterte Auflage. Peter Wiehl, Marburg 2009, ISBN 978-3-927219-14-4, S. 260–267 (<i>Antimikrobielle Therapie spezifischer Erreger nach Antibiogramm</i>).</span>
</li>
<li id="cite_note-schlegel-4"><span class="mw-cite-backlink">↑ <sup><a href="#cite_ref-schlegel_4-0">a</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-schlegel_4-1">b</a></sup></span> <span class="reference-text">Hans G. Schlegel, Christiane Zaborosch: <cite style="font-style:italic">Allgemeine Mikrobiologie</cite>. 7. Auflage. Thieme Verlag, Stuttgart/New York 1992, ISBN 3-13-444607-3, <span style="white-space:nowrap">S.<span style="display:inline-block;width:.2em"> </span>364–367</span>.<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Abook&rfr_id=info:sid/de.wikipedia.org:Antibiogramm&rft.au=Hans+G.+Schlegel%2C+Christiane+Zaborosch&rft.btitle=Allgemeine+Mikrobiologie&rft.date=1992&rft.edition=7.&rft.genre=book&rft.isbn=3134446073&rft.pages=364-367&rft.place=Stuttgart%2FNew+York&rft.pub=Thieme+Verlag" style="display:none"> </span></span>
</li>
</ol></div><!--htdig_noindex--><div><div class="zim-footer">
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